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"Rookie" passt zum Konzept eines hochflexiblen Büros, in dem alles in Bewegung ist und das je nach Bedarf umgestaltet werden kann.
Foto: Marek Iwicki © Vitra
"Rookie" passt zum Konzept eines hochflexiblen Büros, in dem alles in Bewegung ist und das je nach Bedarf umgestaltet werden kann.

Orgatec 2018
Drei Fragen an: Konstantin Grcic

Konstantin Grcic hat für Vitra den Bürostuhl "Rookie" entworfen, der auf der Orgatec vorgestellt wird. Was den Stuhl ausmacht, erläutert er Anna Moldenhauer im Interview.
23.10.2018

Anna Moldenhauer: Was ist das Besondere an "Rookie"?

Konstantin Grcic: Rookie ist ein für Bürostandards unkonventionell einfacher Stuhl: Mit so wenigen Einstellungen wie möglich bietet er sofort ein angenehmes Maß an Komfort. Dieser Stuhl ist kleiner und ökonomischer als die gängigen Alternativen. Unser Arbeitsalltag hat sich in den letzten Jahren stark verändert und führt dazu, dass viele Menschen nicht mehr den ganzen Tag auf einem Stuhl sitzen. Das wiederum bedeutet, dass Stühle mit weniger Funktionalität ausgestattet werden können. Im Gegensatz zu den überkomplizierten Sitzmaschinen, die immer passend eingestellt werden müssen, kann man Rookie sehr schnell auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Dies passt zum Konzept eines hochflexiblen Büros, in dem alles in Bewegung ist und das je nach Bedarf umgestaltet werden kann.

"Rookie" erinnert an den Bürostuhl "Allstar", den du zuvor für Vitra entworfen hast. Inwiefern ist "Rookie" eine Weiterentwicklung von "Allstar"?

Konstantin Grcic: Rookie knüpft direkt an meine Erfahrung mit Allstar an. Ich wollte einen Bürostuhl entwerfen, der funktional und formal noch universeller, noch einfacher ist als Allstar. Rookie hat keine Armlehnen, aber das vom Sitz losgelöste ovale Rückenpolster ist eine deutliche Referenz an Allstar. Rookie eignet sich für zeitgemäße Büroformen, Universitäten und andere Einsatzgebiete, wo Nutzer nicht einen bestimmten Stuhl besitzen, sondern je nach Situation immer wieder wechseln. Stühle müssen einfach sein, um in der flexiblen Arbeitswelt zu funktionieren.

Waren die Themen Ergonomie und Sitzkomfort für dich in der Umsetzung zentral?

Konstantin Grcic: Ja natürlich, der Sitzkomfort war ein sehr zentrales Thema bei der Entwicklung von Rookie. Wir haben einfache Lösungen gefunden und gewisse Funktionen ganz weggelassen. Aber das konnten wir nur, weil wir uns sehr intensiv mit den Erfordernissen eines zeitgemäßen Arbeitsstuhls auseinandergesetzt haben. Der Sitz ist drehbar, höhenverstellbar und gefedert. Der technische Aufbau des Sitzpolsters entspricht den bei Vitra üblichen Anforderungen. Zudem haben wir ein unsichtbares Gelenk in die Vorderkante des Sitzes eingebaut, über das man beim zum Tisch gerichteten Arbeiten die Oberschenkel bequem abrollen kann. Die Rückenlehne lässt sich ebenfalls in der Höhe verstellen und nimmt die Bewegung des Oberkörpers federnd auf. Etwas, das ich 2013 auf einer Reise ins Silicon Valley gelernt habe, ist, dass die Unternehmen dort auf ein gewisses Maß an Funktionalität und Robustheit achten. Sie wollen echte Materialien. Möbel, die repariert oder angepasst werden können. Und ja, das schwebt mir vor, wenn ich Möbel für Vitra entwerfe. In solchen Umgebungen ist Gestaltung zwar wichtig, aber eine direkte Umsetzung von Funktionalität ist das, was wirklich zählt.

Laut Konstantin Grcic eignet sich "Rookie" für zeitgemäße Arbeitswelten in denen Nutzer nicht einen bestimmten Stuhl besitzen, sondern je nach Situation immer wieder wechseln.
Laut Konstantin Grcic eignet sich "Rookie" für zeitgemäße Arbeitswelten in denen Nutzer nicht einen bestimmten Stuhl besitzen, sondern je nach Situation immer wieder wechseln.
Foto: Marek Iwicki © Vitra
Laut Konstantin Grcic eignet sich "Rookie" für zeitgemäße Arbeitswelten in denen Nutzer nicht einen bestimmten Stuhl besitzen, sondern je nach Situation immer wieder wechseln.
"Gestaltung ist zwar wichtig, aber eine direkte Umsetzung von Funktionalität ist das, was wirklich zählt", so Konstantin Grcic.
"Gestaltung ist zwar wichtig, aber eine direkte Umsetzung von Funktionalität ist das, was wirklich zählt", so Konstantin Grcic.
Foto: Marek Iwicki © Vitra
"Gestaltung ist zwar wichtig, aber eine direkte Umsetzung von Funktionalität ist das, was wirklich zählt", so Konstantin Grcic.
© Vitra
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