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© Loewe

Salone del Mobile 2018
Textile Juwelen

Für den Salone del Mobile lancierte Loewe unter der Federführung des britischen Designers J.W. Anderson eine exklusive und umfangreiche Kollektion aus Decken, Wandteppichen und Taschen.​
von Silke Bücker | 25.04.2018

Der Designer J.W. Anderson gilt als Querdenker der internationalen Szene. Einer, der Grenzen unermüdlich auslotet und Schubladendenken kategorisch ablehnt. 2014 holte ihn das spanischen Traditionshaus Loewe als Creative Director – gleich mit seiner ersten, vollends entstaubten und wohltuend exzentrischen Womenswear-Kollektion katapultierte Anderson die fast in Vergessenheit geratene Marke in die Front Row der Mode zurück. Er bezeichnet sich selbst als Materialfetischist, liebt interdisziplinäres Arbeiten und stilistische Reisen durch modische Dekaden. Vor allem aber referiert er mit Vorliebe auf tradierte Handwerkskulturen, die er mit Hilfe von zeitgenössischer Technik in einen modernen Kontext setzt.    

Für die 57. Ausgabe der Mailänder Möbelmesse Salone del Mobile lancierte Loewe unter der Federführung des britischen Wunderknaben eine exklusive und umfangreiche Kollektion aus Decken, Wandteppichen und Taschen, die unterstützt von Traditionsbetrieben rund um die Welt gefertigt wurden. Ein Jahr lang reisten Anderson und sein Kreativ-Team umher. In den entlegensten Ecken Europas, in Asien, Afrika oder Südamerika fand er jene raren Stätten, in denen althergebrachte Fertigkeiten noch originär umgesetzt werden – wie etwa handbestickte indische Bänder, die sich zu Decken und Tote Bags formen, delikate japanische Malereien oder aufwändige senegalesische Patchworks für luxuriöse Wandteppiche.

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Erklärte Zielsetzung der Kollaborationen: die Kumulation von Wissen und fast vergessenen Techniken, losgelöst von Zeit und Raum, der berühmt-berüchtigte Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne, denn Loewe ist bekannt für seine Exzellenz, Innovationskraft und einen extraordinären Anspruch, wenn es um die Verarbeitung von Textilien und Leder geht. Aus dem Fell der Vicuña beispielsweise, einem lama-ähnlichen Tier, das in den Anden beheimatet ist, generierte man mit Hilfe lokaler Handwerker eine wertvolle Faser für edle Teppiche – und das mit dem gleichen Anspruch an Nachhaltigkeit, wie ihn schon die Vorfahren der Inkas vor Jahrhunderten beherzigten. Weitere Exponate stammen von Druckern, Stickern, Strickern oder Webern aus Spanien, Italien oder Deutschland, mit denen Loewe auch für seine Ready-to-wear-Kollektion kollaboriert. Das Ergebnis spricht für sich: ein schillerndes Potpourri aus Farben, Formen und Oberflächen, Mustern und Texturen, ein Apell für Einzigartigkeit und Exzellenz, welcher sich erst in der Detailbetrachtung in Gänze offenbart.  

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