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STYLEPARK x ISH 2019
Leben im Automatikmodus

Smarte Technologien revolutionieren die Anwendungsmöglichkeiten technischer Gebäudeausrüstung. Ein Ausblick auf die ISH 2019 zeigt, wie gute Raumluftqualität und Klima sich automatisieren lassen, ohne dass der Mensch die individuelle Kontrolle verliert.
28.02.2019
Neubau mit erhaltener Jugendstilfassade in Hamburg, Gebäudeautomatisierung, KPW Architekten
Dieses Hamburger Wohn- und Geschäftshaus des Unternehmers Lars Hinrichs stellt das Potenzial smarter Technologien unter Beweis.
© HG Esch, Hennef
Dieses Hamburger Wohn- und Geschäftshaus des Unternehmers Lars Hinrichs stellt das Potenzial smarter Technologien unter Beweis.

Wenn über Hamburg die Sonne herabsinkt, läuft ein Gebäude im Nobelviertel Rotherbaum gerade erst zur Höchstform auf. Das "Apartimentum" ist ein Konzept des Unternehmers Lars Hinrichs: Vom Briefkasten bis zur Lüftungssteuerung funktioniert hier alles smart. Das Wohn- und Geschäftshaus zeigt erstmals im Großformat, was mit der Automatisierung von Gebäudetechnologie heute machbar ist: Wenn die Bewohner heimkehren, sind die Räume bereits auf Wohlfühltemperatur klimatisiert, ist das Licht per Smartphone-App auf Feierabendambiente eingestellt und die Lieblingsplatte beginnt im gewünschten Raum vertraute Töne abzuspielen. Öffnet sich auf Annäherung die Wohnungstür, ist das Zuhause startklar für den Ausklang des Tages.

Geplant und realisiert haben das Projekt KPW Papay Warncke und Partner Architekten aus der Hansestadt. Der Neubau wird straßenseitig von einer historischen Bestandsfassade begrenzt und von einem zweistöckigen Dachaufbau gekrönt. Damit ist dem Haus ebenso wenig äußerlich anzusehen, was in ihm steckt, wie auch die Apartments überraschend analog wirken. Denn die eigentlichen Features verbergen sich im nicht sichtbaren.

Vollautomatisierter Neubau in Hamburg, KPW Architekten
Technologie muss nicht technisch aussehen: Das "Apartimentum" wirkt ausgesprochen analog, auch wenn von Briefkasten bis Klima und Lüftung alles smart ist.
© HG Esch, Hennef
Technologie muss nicht technisch aussehen: Das "Apartimentum" wirkt ausgesprochen analog, auch wenn von Briefkasten bis Klima und Lüftung alles smart ist.

Ein Leben im Automatikmodus – das bringt ungeahnte Vorteile. Hersteller bereiten sich entsprechend darauf vor, wie auch die Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Klima ISH in Frankfurt am Main in wenigen Tagen wieder zeigt. Lässt sich Behaglichkeit als solche beispielsweise nicht messen, können Heiz- und Lüftungsanlagen mit entsprechenden Sensoren sehr wohl dafür sorgen, dass Räume nach persönlichen Vorlieben temperiert und Raumluft frisch ist, also frei von Kohlendioxid, Schadstoffen und Gerüchen. Dank dezentraler und zentraler Lösungen lassen sich Anlagen dabei sowohl im Kleinstformat für einzelne Wohneinheiten realisieren, oder auch im kompletten Mehrfamilienhaus, im Altbau wie im Neubau.

Klima Forum ISH Frankfurt am Main
Foto: Petra Welzel © Messe Frankfurt Exhibition GmbH

Topaktuelles Wissen rund um Energieeffizienz, Retrofit und energetische Sanierung, Indoor Air Quality und Indoor Environmental Quality ebenso wie Building Information Modelling (BIM) liefert das Klima-Forum zur ISH, ein gemeinsames Vortragsprogramm der Messe Frankfurt in Kooperation mit dem Fachverband Gebäude-Klima. "Ventilatortausch macht´s effizient" heißt darüber hinaus eine Kampagne, die der Fachverband gemeinsam mit führenden Ventilatorherstellern und unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie initiiert hat: Unter dem Slogan sollen die "enormen energetischen Einsparpotenziale beim Betrieb von gebäudetechnischen Anlagen" betont werden, "die sich beim Wechsel zu modernen Ventilatoren mit höheren Systemwirkungsgraden ergeben."

Klar im Fokus stehen die individuellen Bedürfnisse bei zahlreichen Ausstellern der ISH: Unter dem Motto "atme auf" verspricht Trox beispielsweise mehr Lebensqualität. Ob wir uns wohlfühlen, entscheide unser ganz persönliches Empfinden und "nicht ein digitaler Messwert", wie der nordrhein-westfälische Hersteller erklärt. Ihr Ansatz: "Trox nutzt digitale Technologien, um uns Menschen zu unterstützen, unser empfundenes Wohlbefinden zu steigern." Und auch Viessmann, die am Hamburger Projekt beteiligt sind, beabsichtigt nicht, die Steuerungstechnik schlicht zu automatisieren. Mit der "ViCare App" lassen sich auf dem mobilen Endgerät Raumtemperaturen, Warmwassertemperaturen sowie Schaltzeiten für Heizung und Warmwasser bedienen. Zudem dient die App im Fall eines Wartungsbedarfs als Schnittstelle zwischen Anwender und Fachhandwerker. Ähnliches bietet Lüftungshersteller Maico dank Kompatibilität mit dem herstelleroffenen "wibutler"-System, welches 2018 von der Viessmann Group übernommen wurde. Darüber lassen sich nicht nur Lüftungsanwendungen, sondern auch zahlreiche andere ins Netzwerk integrierte Gebäudeanwendungen steuern.

Vollautomatisierter Neubau in Hamburg, KPW Architekten
© HG Esch, Hennef
Vollautomatisierter Neubau in Hamburg, KPW Architekten
© HG Esch, Hennef

Szenenwechsel – Hamburg: Das "Apartimentum" ist derzeit komplett vermietet, wie die Projektverwaltung auf Nachfrage berichtet. Die Mieter, die das Haus seit knapp zwei Jahren bewohnen und so auch die intelligente Technik testen, äußerten sich überwiegend positiv über die zahlreichen Features ihres Zuhauses. Die Anwendungen sind komplex und erfordern ein hohes Maß an Gewerke-übergreifender Kooperation, damit alles reibungslos funktioniert. Die ISH ist daher ein wichtiger Treffpunkt, an dem sich Hersteller, Planer und ausführende Betriebe zum Thema auf den neuesten Stand bringen und austauschen können. (mh)


ISH
Messegelände Frankfurt am Main
11. bis 15. März 2019

Öffnungszeiten:
11. bis 14. März 2019: 9 – 18 Uhr
15. März 2019: 9 – 17 Uhr (Publikumstag)