top
© Messe Frankfurt Exhibition GmbH

STYLEPARK x ISH 2019
Da brennt die Hütte

Holz verheizen und dabei nachhaltig handeln – wie das zusammengeht, zeigt eine Vorschau auf den Bereich Einzelfeuerstätten der ISH 2019.
von Markus Hieke | 05.03.2019

Während über das Ende der Braunkohle als Brennstoff zur Stromerzeugung verhandelt wird, rückt ein anderes Naturprodukt für das heimische Heizen verstärkt in den Fokus: Holz. Galten Kaminfeuer lange als Luxus und ihre rauchenden Abgase als Gift für die Umwelt, sind sie mittlerweile dank Brennwertoptimierung und sorgfältiger Filterung sogar unter Gesichtspunkten der CO2-Neutralität wieder interessant. Dass das Verfeuern von Holz damit nicht per se sündhaft und längst nicht mehr nur unter dem Vorwand nostalgischer Gemütlichkeit vertretbar ist, zeigen in diesem Jahr wieder zahlreiche Aussteller im Bereich Einzelfeuerstätten der Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Klima – der ISH, die vom 11. bis 15. März 2019 in Frankfurt am Main stattfindet.

Die Kunst beim Heizen mit Holz beziehungsweise Holzpellets ist es, die Anlage den individuellen Bedürfnissen entsprechend aufzubauen. Moderne Technik, wie sie auf der Messe vorgestellt wird, kann dabei nicht nur in neue, sondern auch in bestehende Heizsysteme integriert werden. Grundsätzlich unterschieden wird zunächst zwischen Einzelgeräten wie Kamin- oder Pelletöfen und handwerklich gebauten Anlagen. Über deren Differenzierung informiert die ISH im Vorfeld: Wird ein moderner Kamin als Serienprodukt aus Stahl oder Gusseisen aufgebaut – schnell und unkompliziert an vorhandene Schornsteine angeschlossen und mit dekorativem Sichtfenster versehen –, so unterscheidet sich der Pelletofen grundlegend in der Befeuerungsart. Der Brennstoff, kleine aus Sägespänen gepresste Pellets, wird automatisch über eine Förderschnecke aus einem Vorratsbehälter dem Brennraum zugeführt und dort elektrisch gezündet. Der entscheidende Vorteil: Die Temperatur kann über ein Thermostat voreingestellt werden – entsprechend regelt der Ofen allein die Brennstoffmenge und Luftzufuhr. Stichwort "smart": Mancher Hersteller bietet seine Öfen mittlerweile serienmäßig WLAN-fähig an, so kann selbst ein Feuer heute per Smartphone bedient werden.

© Messe Frankfurt Exhibition GmbH
© Messe Frankfurt Exhibition GmbH

Komplexer ist dagegen der Einbau eines Kachelofens, der vom Ofenbauer errichtet wird und klassischerweise mit einem Brennstoff der Wahl am Grund des Feuerraumes befeuert wird. Das Aufheizen braucht seine Zeit – allerdings sind diese Öfen dank ihrer Speichermasse in der Lage, die Wärme bis zu 24 Stunden zu halten. Dagegen heizt der Warmluftkachelofen, die modernere Variante des Kachelofens, mittels eines Heizeinsatzes aus Stahl oder Gusseisen deutlich schneller auf. Der Heizkamin verknüpft überdies dank Sichtfenster die Eigenschaften des Warmluftkachelofens mit dem behaglichen Anblick der Flammen.

Doch damit nicht genug. Die Kür: "Durch die Kombination einer Wärmepumpe oder Solarthermie-Anlage mit einer modernen Feuerstätte speisen sich Raumheizung und Warmwasser fortlaufend aus erneuerbaren und CO2-neutralen Energien", fasst die Messe den Ausblick auf die Neuerungen zusammen. Während Luftwärmepumpen eingesetzt werden, um der Außenluft Wärme zu entziehen und diese in Heizenergie umzuwandeln, bedient Solarthermie den Warmwasserbedarf. Da aber beide Systeme im Winter nicht ausreichen, lohnt sich eine Kombination mit einer Einzelraumfeuerstätte. Diese wiederum lässt sich mit einem Wärmetauscher ausstatten, der vom Feuer erhitztes Wasser ins Heizungsnetz einspeist. Ein Pufferspeicher übernimmt nach Erlöschen des Feuers den Heizbetrieb, indem er zuvor gespeicherte überschüssige Wärmeenergie anschließend wieder an die Heizung und Warmwasserbereitung abgibt.

© Messe Frankfurt Exhibition GmbH

Das Ofenforum in Halle 9.2 liefert über die Neuheiten der Aussteller hinaus fachkundiges Wissen rundum die erneuerbare Energieressource Holz sowie Energie- und Klimapolitik. Außerdem wird hier am Messe-Mittwoch der "Designpreis Ofenflamme 2019" verliehen. Natürlich erfordert die Verwendung von Holz neben moderner Technik auch eine nachhaltige Forstwirtschaft. Denn nur so sorgt Holz nicht nur für eine gemütliche Alternative, sondern wird ein überzeugender Teil der Energiewende – und schont mit Hinblick auf steigende Preise für fossile Brennstoffe wie Heizöl sogar das Budget.


ISH
Messegelände Frankfurt am Main
11. bis 15. März 2019

Heizen mit Holz
Hallen 9.2 und 11.1

Ofenforum
Halle 9.2, D05

Öffnungszeiten:
11. bis 14. März 2019: 9 – 18 Uhr
15. März 2019: 9 – 17 Uhr (Publikumstag)