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ORGATEC 2026 – REVIEW
Das Hotel zur Arbeit

Die Orgatec, internationale Leitmesse für Workspace und Contract Solutions, fand vom 27. bis 30. Oktober 2026 in Köln statt. Welche Tendenzen waren aus dem Angebot abzulesen? Ein Überblick im Rückspiegel.
von Anna Moldenhauer |

Es ist viel in Bewegung auf dem Messegelände in Köln und drumherum: In diesem Jahr fand zeitgleich zur Orgatec erstmals die idd cologne statt, um Residential Interior Design, moderne Arbeitswelten und Contract Solutions für eine Interior-Woche zu verknüpfen. Die Ausstellungen waren sowohl in der Design Post Köln wie im machwerkhaus köln zu sehen, dazu kamen Showrooms und urbane Kreativorte, wie im Wasserschloss Weißhaus, die auch jungen Talenten Raum gab. In den Hallen der Koelnmesse unterteilte sich das Angebot in die Segmente Workspace Solutions und Contract Solutions. Dort konnten unter anderem eine Sonderausstellung zum Eames Pavilion System, der Innovationspreis Architektur+ Office und das Wherever Whenever – Work Culture Festival erlebt werden, das vom Industrieverband Büro und Arbeitswelt e. V. (IBA) initiiert wird. 

Kettal

1. Sind die Büromöbel im Raum mit uns?

Die Zeiten, in denen es auf der Orgatec vornehmlich um Ergonomie, Technik und Systeme ging, gehören wohl endgültig der Vergangenheit an. Schon 2022 konnte man beim Gang durch die Hallen bisweilen den Eindruck gewinnen, auf der imm cologne zu Besuch zu sein – diese Verschiebung entfaltete sich mit der diesjährigen Ausgabe besonders eindrücklich. So waren neben neuen grazilen Drehstühlen mit verborgenen Mechanismen und fließenden Linien – wie der "U-Type" von Edward Barber & Jay Osgerby für Kettal oder der vollgepolsterte "Drehsessel 521" von Marco Dessí für Thonet – zahlreiche Polstermöbel und Stühle, Barhocker, Regale und Textilien zu sehen. Statt geraden Linien und technischen Details den Vorzug zu geben, setzen die Hersteller auf dynamische Formen, gerundete Kanten, Holzoberflächen und leuchtende Farben. Zuhause im Büro, im Büro zu Hause? Die Trennung verwischte ins Ungefähre. Parallel rückte das Thema Smart Office in den Hintergrund, Tools für effiziente Flächenplanungen mit digitalen Ecosystemen und Sensortechnologien sowie intelligente Lösungen für die Strom- und Datenverteilung sah man nur vereinzelt, wie bei Waldmann, Evoline, Zumtobel, Erco oder Interstuhl. Letzterer nutzte die Fläche auch für die Aufforderung zur sportlichen Betätigung und hielt unter dem Motto "Office is Active" mit Basketballkorb, Tischhockey, Balancierboards und einer virtuellen VR-Tour seine Gäste in Bewegung. Das Match ließ sich dann in der Design Post Köln an der Tischtennisplatte von RS Barcelona fortsetzen. 

Wagner Living

2. Das Möbel für jede Gelegenheit

Kein Wunsch soll unerfüllt bleiben, denn der Standard ist keine Lösung mehr, so das Credo in den Schauen. Um mit einem Möbel zahlreiche Nutzungsszenarien abdecken zu können, muss die Gestaltung möglichst multifunktional und kombinierbar sein. Dafür braucht es einen großen Baukasten: Farben, Materialien, Oberflächen und Textilien sollen ganz nach dem eigenen Bedarf ausgewählt werden. Auf dem Stand von Pedrali konnte man so das modulare System "Buddy Oasi Serpentine" von Busetti Garuti Redaelli entdecken, das die "Buddy Oasi" Kollektion erweitert und die Gestaltung potenziell unendlich vieler, flexibel rekonfigurierbarer Kompositionen ermöglicht. Werner Aisslinger hat indes für COR "Floy" entworfen, einen "multichannel chair", der erstmalig auf der Orgatec präsentiert wurde. Mit einer besonders breiten, komfortabel gepolsterten Sitzfläche und zahlreichen Möglichkeiten der Individualisierung ist das Möbel universell einsetzbar. Sabine Marcelis entwickelte für Arco die "Dew" Serie weiter: "Dew Desk" ist eine kompakte Tischversion, die in zwei Größen erhältlich ist und mit einer großen Palette an Farben und Oberflächen individuell gestaltet werden kann. Müller Small Living stellte unter anderem das modulare Sideboard "Aventa" vor, das je nach Bedarf passgenau erweitert wird und dank widerstandsfähiger Oberflächen besonders robust und pflegeleicht ist. Jonathan Olivares hingegen entwarf für Brunner die symmetrischen Konturen des Stuhls "perga", die aus Buche, Eiche oder Nussbaum gefertigt sind, verschiedene Gestellvarianten bieten sowie eine optionale, durchgehende Polsterung. 

Fermob stellte auf der Orgatec erstmals die neue Zusammenarbeit mit Gensler vor, die ein Konzept umfasst, das den Stuhl neu denken soll. Auf Basis einer Grundform sind alle Details wählbar und partiell austauschbar, von der Sitzfläche bis zu den Beinen, über die Farben bis zu den Materialien. Thonet zeigte auf dem von Werner Aisslinger gestalteten Stand unter anderem eine clevere Neuheit für die Großraumbestuhlung: Die Platznummer "Plenum" ist batterielos und wartungsfrei, da das E-Paper-Display am Rücken verschiedener Thonet-Stuhlmodelle augesetzt oder einlassen werden kann und sich via App in Sekundenschnelle verändern lässt. Johan Lindau, Stefan Borselius und Thomas Bernstrand entwickelten für Blå Station den Garderobenständer "Able Stand", der mit versetzten Stangen reichlich Platz für Jacken und Taschen bietet. Wagner Living zeigte neben dem maßgeschneiderten, modularen Raum- sowie Einrichtungssystem "d2" von Gonzalez Haase AAS und Diez Office unter anderem die "W-Bench" von Christian Neumeier, eine Neuinterpretation der Bierbank. System+ bewies die Wandelbarkeit seines modularen Systems, das auch als Küchenausstattung perfekt geeignet ist. Auf dem von der Ippolito Fleitz Group für Brunner gestalteten Stand mit Trennwänden von molo design konnte man zudem das "Brunner Design System" erkunden, das eine kollektions­übergreifende Systematik ermöglicht. Den Prozess der Planung der idealen Arbeitsumgebung setzte Kinnarps auf seinem Stand in den Fokus: Unter dem Leitsatz "Design with a purpose" war es möglich die wichtigsten Schritte der Vorbereitung anhand von fünf Stationen zu erfassen. "Aus unserer langjährigen Erfahrung und zahlreichen Projekten wissen wir, dass es keine Standardlösung gibt. Jedes Büro muss aus den Zielen, der Kultur und der Arbeitsweise des Unternehmens entstehen. In Köln machen wir erlebbar, warum die Analyse vor der Investition so wichtig ist", so Dan Molander, Commercial Director der Kinnarps AB und Geschäftsführer der Kinnarps GmbH. 

Actiu

3. Bitte fühlen Sie sich wohl!

Die Bürofläche als reiner Arbeitsort ist passé: Für die geistige und körperliche Gesundheit wie die maximale Produktivität sollen sich formelle und informelle Nutzungen abwechseln. Das Rezept konnte man am Stand von Sedus ablesen: "Welcome & Arrival, Focus & Retreat, Workshop & Meeting, Desk-Based Working, Socialising & Sharing". Der Arbeitsort wird zunehmend als ein wohnlicher Raum verstanden, der wie ein Gastgeber eine hohe Aufenthaltsqualität wie angenehme Atmosphäre bietet. Der Mensch soll sich in diesem gerne aufhalten, sich zugehörig und in seinen Bedürfnissen verstanden fühlen. Koray Malhan hat in dem Zuge "Composing Habitus" für Koleksiyon entworfen, ein Konzept, dass den Arbeitsplatz als Lebensraum für Begegnung, Konzentration, Rückzug, Dialog und kollektive Intelligenz beschreibt. Freifrau zeigte im Verbund mit der Marke Janua wie mit der Produktfamilie "Marie" eine großzügige Sitzlandschaft kreiert werden kann, die sehr komfortabel ist, aber dank ihrer dynamischen Form nicht massiv wirkt. Profim, Teil der Flokk-Gruppe, stellte "Lunea" vor, ein modulares Sofasystem mit individuell konfigurierbaren Modulen in 10 Zentimeter Schritten. estudi{H}ac zeigte unter der Leitung von Jose Manuel Ferrero "Ondula", den ersten Holzstuhl im Sortiment von Actiu. Inspiriert ist die Form von einen perfekten Armausschnitt aus der Maßkonfektion und bietet eine ergonomische Rückenlehne, die sich fließend an den Körper anschmiegt. Stil, Handwerk und hochwertige Materialien sollen in diesem Sinne verstärkt in die Büros einziehen, wie in Form von "Beam" einem Regalsystem von Foster + Partners Industrial Design aus FSC-zertifiziertem Eichenholz. Dieses ist vom Querschnitt eines Tragbalkens inspiriert und kann nach Bedarf konfiguriert werden. 

"(Re)Connecting" nennt Arper das Konzept Flächen zu bieten, die uns in einer schnelllebigen Welt wieder näher zusammenbringen. Zu diesem Zweck stellte das Unternehmen unter anderem "Cari" von Doshi Levien aus, ein Stuhl mit weichen Polstern und integrierten Armlehnen, der für Räume konzipiert ist, in denen Arbeit auf Gastlichkeit trifft. Viele der Möbel waren passend zum Herbst in warme, satte Farben getaucht und bewiesen einmal mehr deren positive Wirkung auf unsere Stimmung. LaPalma haben eigens ein Farbsystem mit dem Architekten und Designer Raffaella Mangiarotti erdacht und präsentierten unter anderem das modulare Lounge Sitzsystem "Hub" von Francesco Rota. 

Pedrali: "Ondine", DWA Design Studio

4. Geht das auch leiser?

Große Freiflächen, die für unterschiedliche Aufgaben genutzt werden, haben meist einen Makel: Die Akustik. Um den offenen Büroraum auch für konzentrierte Aufgaben und vertrauliche Gespräche zu nutzen, bieten sich schalldichte Kabinen an, die auf der Orgatec wieder zahlreich zu sehen waren, wie die "Ace Akustikkabinen" von Nowy Styl. Parallel suchen die Hersteller nach Lösungen außerhalb der Box: DWA Design Studio haben für Pedrali "Ondine" entworfen, eine Kollektion schallabsorbierender, modularer Paneelen in Wellenform, die beidseitig mit Stoff bezogen sind und in diversen Varianten konfiguriert werden können. Vielfältige Akustiktextilien wie "Acoustic Guard" waren indes bei Jab Anstoetz zu erkunden, inklusive der Fotoausstellung "Textiles in Architecture" von HG Esch Photography. Im Schulterschluss mit Erco und Jung schuf das Team ein ganzheitliches Raumerlebnis aus Licht, Textilien, Akustik und Technik. Derweil entwarf die Ippolito Fleitz Group unter der Leitung von Tilla Goldberg die ausdrucksstarke Installation "Landscape of Resonance" für Slalom: Übertragen in kreisförmige, immersive Räume wurden soziale, physikalische und mediale Dimensionen von Resonanz erfahrbar. Hayworth wusste die Kraft des Kollektivs zu nutzen und bot ein Akustik-Ökosystem für moderne Arbeitsplätze mit ergonomischen Büromöbeln, den Akustiklösungen von BuzziSpace und den schallgedämpften Kabinen von Hushoffice. Interessant in dem Kontext ist darüber hinaus das Magazin "Akustik im Büro" von V/S Vereinigte Spezialmöbelfabriken. Das Unternehmen bietet neben seinen Akustiklösungen wie den Blenden "Sonis" eine professionelle Akustikmessung an und kann ein spezialisiertes Ingenieurbüro für Akustik als Projektpartner in die Aufgabe integrieren. 

Bene: "Elevated", Christian Horner
Arco: "HAT", Jorre van Ast

5. Auf- und abwärts, bitte!

Höhenverstellbare Tische erhielten auf der Orgatec 2026 ein überraschend elegantes Comeback: Fernab der Modelle in Schwarz und Weiß mit langen Kabeln wurde nun die Technik dezent in den Korpus eingearbeitet. Bene zeigte auf dem gemeinsamen Stand mit XAL, Vescom und Forte zum Beispiel den Prototypen "Concept x Lift Table" von Morten Nikolajsen, dessen Zugband unter der Platte versteckt ist. Jorre van Ast entwarf "HAT" für Arco, ein Holztisch, dessen Beine sowohl mit einem Motor wie dem Mechanismus für die Höhenverstellung ausgestattet sind. Die in Serie gehende Version wird zudem mit einer optionalen Batterie erhältlich sein. 

Expormim: "Leku", Javier Pastor
Punt: "Atrio", Mario Ruiz

6. Draußen oder drinnen?

Ein wohnliches Design ist ebenfalls für den Außenraum gefragt: Bevorzugt sollen die Sofas, Tische und Stühle so wirken, als hätte man sie aus dem Zimmer in die Sonne gestellt. "Modular" ist dabei das Wort der Stunde, denn mit Modulen, die austauschbar und kombinierbar sind, bleiben die Arrangements flexibel. Wie das sanft gerundete Sofasystem "Brae" von Norm Architects mit abnehmbaren Bezügen und einer Basis, die mit einem geflochtenem Seil versehen ist. Oder die Tischkollektion "Leku" von Javier Pastor mit Platten aus Hartglas und Beinen aus FSC-zertifiziertem Sapele-Holz – beide Modelle wurden für Expormim entworfen. Bei Dedon durfte man auf der Kollektion "Tricot" Platz nehmen, die vom linearen Sofa über Ecklösungen bis zu Lounge-Inseln und Daybeds viele Konfigurationen ermöglicht. Ebenso ließ sich "Tibbo" erkunden, die erste Kollektion aus Teakholz von Dedon. Beide Designs wurden von Edward Barber und Jay Osgerby erdacht. Bei Gloster konnte man indes die außergewöhnliche Formensprache von "Itaca" erleben: AMDL Circle haben aus Teakholz eine schlanke, diagonal geführte Struktur entwickelt, die präzise wie dynamisch wirkt. Im Bereich der Leuchten lohnte sich der Besuch bei Lodes: Die dezente Wandleuchte "Arrakis" von Patrick Norguet mit fein geriffeltem Profil ist als System konzipiert und bietet die ein- oder zweiseitige Lichtabstrahlung. Extremis zeigte in der Kulisse einer Brauerei unter anderem "AMAi", ein anpassbarer Tisch mit Licht und Elektrizität, der drinnen und draußen für jegliche Art der Zusammenkunft justierbar ist. Ein stilvolles Sideboard für die Terasse hat punt im Programm: "Atrio" von Mario Ruiz wird aus FSC-zertifizierten Teakholz gefertigt und mit einer glasierten Keramikplatte versehen. 

“11 Kränze / 11 Studios” (“11 wreaths / 11 studios”)
Designers Tower 2026, "Coco Kitchen" von Studio Moritz Putzier

7. In die Zukunft schauen

Die jungen Talente der Branche waren im Rahmen der Orgatec 2026 erfreulicherweise deutlicher sichtbar als zuvor: Für die Ausstellung "11 Kränze / 11 Studios" in der Design Post Köln, kuratiert von Kosmoform, gestalteten die Kreativen Alexander von Dombois, Budde, Celina Kroder, Eric Degenhardt, Kaschkasch, Kosmoform, Marta Pracht & Beatrice Cadar, Moritz Putzier, Paula Burfeind, Scheidegger Pauli und Vosding Industrial Design den Kölschkranz neu und regten so eine Diskussion an über das Design für die Gemeinschaft, Alltagskultur und regionale Identität. Parallel zeigte die Schau "New Voices" Arbeiten von unter anderem Mike Wirthensohn, Jaskarn Singh Hanspal und Marvin Kasper. Im historischen Wasserschloss Weißhaus in Köln-Sülz wurde zudem das Ausstellungsformat DesignersTower (DT26) als Teil der Design Season Cologne sowie der idd cologne geboten. Insgesamt über 100 Möbel und Einrichtungsobjekte von selbstständig tätigen Gestaltenden und Studios wurden vorgestellt, darunter Arbeiten von Hahn & Wolf, Marie Luise Stein, Marcus Götschl, Tamara Zgraggen, Cäcilia Halbgewachs oder Cornelius Richter.

Klöber: "Looc"

8. Gegen den Strom arbeiten

Mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit fielen neben den klassischen Standaufbauten vor allem die Präsentationen von Ausstellern auf, die unbeirrt neue Wege der ressourcenschonenden Präsentation suchen: Klöber inszenierte drei Versionen des Drehstuhls "Looc" als wäre dieser gerade zu Boden gerollt. Der offene Karton schwebte so jeweils über dem Stuhl und verbarg einen Strahler, der ihn zusätzlich in Szene setzte. Praktisch: Nach dem Ende der Messe können die Stühle direkt in den Verpackungen transportiert werden. Gleichermaßen verwendet Klöber den Linoleumboden intern weiter. Frezza zeigte in der Design Post Köln eine Kulisse aus unbehandeltem Karton, aus denen architektonische Formen geschnitten waren. Akaba schuf auf dem weitläufigen Stand mit einer wellenförmigen Deckeninstallation aus Papier eine angenehme Atmosphäre. Thonet setzte seinen Schriftzug in meterhohen Lettern aus Holz über den Aufbau. Mit Blick auf neue Forschungen war zudem "Ēclos" von consentino interessant, eine neue Generation von Mineraloberflächen. Mit der Inlayr®-Technologie wird das Material in einem Prozess hergestellt, der Mineralien und bis zu 88 Prozent recycelte Materialien kombiniert. Das Ergebnis sind robuste, hitzebeständige Oberflächen mit eklektischen Maserungsmustern und geschichteten Texturen, wie die erste Ēclos® Kollektion "Eclectic Veins". Bõln stellte die Materialinnovation Flexyskin® vor, die auf pflanzenbasiertem Polyurethanschaum basiert. Daraus entstehen softe, organisch geformte Möbel, die eine angenehme Haptik mit den Anforderungen stark frequentierter öffentlicher Räume verbinden – wie für das modulare Sitzsystem "Selma" von Stefan Borselius.

Wherever Whenever – Work Culture Festival, Verena Gründel, Director Brand & Communications der DMEXCO und Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Miriam Meckel

Weiter im Wandel

Die Stimmung auf den Flächen war positiv, gleichwohl die einstige Dichte der Präsentationen deutlich ausgedünnter wirkte. 729 Unternehmen stellten vor zwei Jahren auf der Orgatec aus, nun waren es noch 550. Mit der Neuausrichtung der imm cologne zugunsten eines verbraucherorientierten Einrichtungsmarktes blieb eine Leerstelle, die einige der High-End Möbelhersteller mit einer Ausstellung ihrer Kollektionen auf der internationalen Leitmesse für Workspace und Contract Solutions füllten – deren breitere Aufstellung öffnete dafür die Tore. Zu resümieren, dass die Orgatec nun die neue imm cologne ist, wäre allerdings zu kurzgefasst. Etliche bedeutende Hersteller wie Wilkhahn, Tecta, Gumpo, Kvadrat, Cassina oder Vitra fehlten auf den Flächen, stellten in eigenen Schauen aus oder testeten neue Formate, wie das machwerkhaus Köln. Die Design Post Köln wird zudem ihren Betrieb in der bisherigen Form zum 31. Dezember 2026 einstellen und ab dem 1. Januar 2027 von der Koelnmesse in ihre bestehende Messe- und Eventstruktur integriert werden. Das Leitthema der diesjährigen Orgatec ist somit im Grunde ein Fingerzeig auf ihre eigene Herausforderung für die Ausgabe in 2028: "From rooms to relationships: designing spaces in an ever-changing world".

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